creativ ART project

tilo carozzi
raphael habel
Kunstallee 2000
Freie Dimensionen - wie frei?


Der Holzdruck begrenzt auf zwei Dimensionen. Wir haben hier versucht, dem Holzdruck eine weitere Dimension hinzuzufügen. Der Holzdruck wird durch den Druckstock zum Objekt, wird frei durch die Bewegung im Wind durch sein Abbild auf Leinwand. Die Räumlichkeit von Landschaft, Natur, Wind und Wetter, von der Skulptur zum Druck, all dieses haben wir versucht, in unserm Ausstellungsbeitrag umzusetzen. Der Charakter der Druckfahnen verstärkt sich durch die freie Aufhängung zwischen den Bäumen und der Bewegung im Wind. Der Betrachter kann diese Druckfahnen oder Stelen entlanggehen und sich inmitten dieser Farben bewegen, sich davon lösen oder darüber hinweg sehen. Er kann in seiner Betrachtungsweise Farben, Kontraste, Flächen und Formen miteinander kombinieren auch unter Einbeziehung der Landschaft. Um dieses zu ermöglichen wurden die Drucke mit verschiedenen Druckstöcken gestaltet. Wichtig für uns war die Möglichkeit der Kombination, wie sie nun auch der Betrachter hat. Die Druckstöcke sind hier statisch gesehen vergleichbar mit den Alleenbäume, die Druckfahnen hingegen stellen dazu den freien Charakter von Bewegung und Leichtigkeit (wie vom Wind umspielte Blätter) dar. Die Farbflächen erscheinen immer wieder anders, je nach Lichtverhältnissen, Bewegung und Standort des Betrachters. Die Farben ändern sich und passen sich der Umgebung an. Die Farben und Formen beginnen sich im Umfeld zu verlieren oder zu vertiefen. Es entsteht eine Betrachtungsweise von innen nach außen und umgekehrt.
KUNSTALLEE ST.JOHANN 2003 knüpft als Triennale an KUNSTALLEE ST.JOHANN 2000 an.

Damit beschreitet die Künstlergruppe neue Wege für die Präsentation und für die Begegnung mit Kunst im öffentlichen Raum: mit diesem erfolgreichen Ausstellungskonzept entsteht ein offenes Begegnungsforum in freier Natur mit überregionalem Ausstrahlungscharakter und nachhaltiger Wirkung. Die 1. Auflage von KUNSTALLEE ST.JOHANN im Juni 2000 hatte eindrücklich gezeigt, wie mit einem solchen Konzept von Kunst in freier Natur besonders auch Menschen angesprochen werden können, die sonst nicht mit Kunst in Kontakt kommen. Die Allee bei St. Johann auf der Schwäbischen Alb ist ein von Wanderern, Spaziergängern und Fahrradfahrern stark frequentiertes Naherholungsgebiet im Raum Reutlingen, Tübingen und Stuttgart. Sie bietet den idealen Rahmen für viele Besucher, hier auch "zufällig" mit Kunst in Kontakt zukommen. Die ungezwungene Atmosphäre im Freien steht im Gegensatz zum sterilen und für viele potentielle Besucher eher abschreckenden Rahmen einer Galerie. Durch die Anwesenheit der Künstler vor Ort ergaben sich intensive Auseinandersetzungen, Gespräche und Begegnungen mit den Künstlern und ihren Arbeiten. Die vielfältigen und anerkennenden Reaktionen der Besucher bestätigten den eingeschlagenen Weg, mit Kunst nach außen zu gehen und neue Begegnungsräume zu gestalten. Mit der thematischen Konzentration auf Nacht und Licht findet KUNSTALLEE ST.JOHANN 2003 eine neue Form. 10 Künstler stellen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise dieser Herausforderung. In der besonderen Atmosphäre einer Albsommernacht entsteht im Umraum von Allee, Wiese und Wald ein nächtliches Gesamtkunstwerk. Das Projekt NACHTRÄUME ist in seiner Einmaligkeit und auch Vergänglichkeit bewusst beschränkt auf die Dauer einer Nacht. Dafür markiert die Mittsommernacht einen ganz besonderen Zeitpunkt. Die Besucher selbst werden als Lichtträger mit einbezogen und so zu aktiven Mitgestaltern des Gesamtkonzeptes. Daneben finden sich statische und bewegte Lichtobjekte, Arbeiten mit Leuchtflüssigkeit, in die Erde eingegrabene Leuchtinstallationen, Licht-Klang-Kombinationen, Projektionen, Feuerorgel, Irrlichter, surreal verwandelte Traumkulissen, Lichtfelder ..., auch Werke, die mit Dunkel und Zwischenlicht wirken oder Arbeiten, die sich mit der Vergänglichkeit und der Bedrohung des Lebens auseinandersetzen. Schattentheater und musikalische Intermezzi an ausgewählten Orten sind weitere Stationen für die Lichterwolke.
KUNSTALLEE ST.JOHANN 2016/2017

"Draht, Papier und X..."

KUNSTALLEE - das waren bis jetzt drei sehr interessante und erfolgreiche Ausstellungen von Kunst im Freien unter der Schrimherrschaft von Landrat und Regierungspräsidium. Die Idee, dass Besucher Kunst und Künstler in einem ganz anderen Umraum erleben können, stieß auf großes Publikumsinteresse.

Als roten Faden gibt es dieses mal nur eine Materialvorgabe:

mit Draht, Papier plus X gestalten die Künstler statische oder bewegliche Objekte, die wie in den vorausgegangenen Projekten auch das Besondere des Ortes der Allee mit einbeziehen.

Eine Grundidee des Projektes ist es, die Arbeiten zu verschiedenen Witterungszeiten mit ihren ganz eigenen Farbpaletten zu präsentieren.

Thema unserer Arbeiten:
"Ansichtssache"
Ansich ist es Kunst...oder auch nicht....oder doch?
Gefällt, gefällt nicht? Jegliche Interpretation ist möglich und sollte dem Betrachter überlassen werden. Kunst ist Ansichtssache. Sie kann politische oder sozialkritische Aussagen beinhalten, ebenso ethisch-moralische Aspekte zum Inhalt haben oder emotional-ästhetisch wirken. Es bleibt Ansichtssache und zwar für jeden Betrachter individuell.
Nachtgalerie der Stille

Die Poesie der Arbeiten in geheimnisvollem Licht und in der besonderen Atmosphäre einer ruhigen Alb-Sommer-Nacht.