creativ ART project

tilo carozzi
raphael habel
Projekt "Pickende Hühner"

Die Idee zu diesem Projekt entwickelte sich aus einem alten Kinderspielzeug aus Blech. Dieses Spielzeug der pickenden Hühner diente als Grundlage für die Umsetzung im Großen. Genauso wie im Spiel picken die Hühner abwechselnd in die Schale, wobei der „Antrieb“ über das Wasserrad erfolgt. Je nach Wasserstand und Strömung bewegen sich die Hühner schnell oder langsam. Bei den Auf- und Abbewegungen „flattern“ die Flügel dazu.

Ziel dieses Projektes war es zum einen, die Bewegung des Flusses in den Bewegungsablauf der Hühner mit einzubeziehen. Zum anderen wecken diese Pickenden Hühner beim Betrachter auch Erinnerungen an die eigene Kindheit nur mit dem Unterschied, dass sich hier die Hühner nicht mit der eigenen Hand bewegen lassen, sondern durch den Wasserstrom, dem Strom der Zeit.
ARTpresent Reutlingen

Kultur und Kunst findet fast ausschließlich unter dem Hintergrund von Kommerz statt. In geschlossenen Räumen, Museen, für elitäres Publikum. Um das Interesse für die Kunst zu wecken, wollten wir uns dahin begeben, so Jugendliche sind, hier in das Jugendhaus Bastille in Reutlingen.
Die Jugendlichen werden immer mehr von unserer Mediengesellschaft zu Konsumenten gemacht. Nur dieses Konsumverhalten und das Leistungsprinzip zählt in unserer heutigen Gesellschaft. Wir wollen Kunst erfahrbar machen.
Die Kommunikation mit Jugendlichen vor Ort bei der „Erschaffung“ der Objekte war zuerst Ziel dieser Aktion. ARTpresent war nicht nur durch uns Künstler präsentiert, sie präsentieren auch Kunst und Kunstverständnis anhand des Arbeitens am Objekt. Die Auseinandersetzung
dem Künstler und dem Wie und Warum wurde zu einem wichtigen Bestandteil dieser Aktion. Gerade diese Auseinandersetzung setzt eine Kommunikation mit Künstlern und Jugendlichen voraus, woraus sich langsam ein Interesse für Kunst entwickelte. Das Kunstverständnis von Jugendlichen beschränkt sich im Allgemeinen auf Poster oder Comics.
Der Zugang zur Modernen ist ihnen allerdings verschlossen. Diese Aktion sollte ihnen den Zugang erleichtern.

ARTpresent wurde initiiert, um nicht nur passiv Kunst zu konsumieren, sondern sich mit Kunst, Kunsthandwerk und Künstler direkt auseinander zu setzten und zwar an dem Ort, wo Jugendliche präsent sind. Kunst kann bedeuten, dass Jugendliche wieder die Fähigkeit erlangen, selbst kreativ zu werden, neue Horizonte entdecken um sich selbst neue Ziele zu stecken.
Projekt "Kunst aus dem Automaten"

Auch in der kreativen Entwicklung spiegelt sich die Tatsache, dass etwas, das körperlich  längst beherrscht wird, sich erst nachträglich mit Sinn füllt. Erst zu diesm Zeitpunkt  erwächst der Psyche die notwendige Sicherheit. Das heißt, der Weg der Individualisation  besteht unter anderem im Einholen dessen, was schon ist. Das, was der Einzelne ist und  kann, wird dem Bewußtsein integriert.

Kunst aus dem Automaten - diese Idee lag dem Projekt zugrunde. Der einzuwerfende  Betrag entpricht nicht dem tatsächlichen Wert, er stellt vielmehr einen symbolischen  Betrag dar. Es soll Kunst für alle geben. Dieser zu entrichtende Obulus wird nicht einmal  die Unkosten decken.

Verkaufsautomaten werden zu Kunstautomaten
Serien wie im "richtigen" Verkauf
Gedankenlosigkeit beim Zigarettenverkauf - auch hier?
Automatengalerie
Kunst kommt zum Kunden
Keine Ber¸hrungs”ngste und keine Hemmschwelle, der anonyme Kunde
Objekt als Kunst und Konsumgegenstand
Kontroverse Kunst und Kommerz
Ausstellungsprojekt "Stuhl"

Der Stuhl als solches? Im Mittelpunkt des Geschehens? Mitnichten! Er soll uns als „roter  Faden“ durch die unterschiedlichsten Situationen aus Kunst, Zeitgeschichte und Literatur  dienen.

Schon im Titel drückt sich die Assoziation zwischen Phantasie und Umsetzung der  Thematik Stuhl aus.
Wir haben uns die Frage gestellt: Wo überall könnte der Stuhl auftauchen?
Und so sind wir auf die Titel aus den unterschiedlichen Bereichen gestoßen.
Der Stuhl rückt so in den Mittelpunkt ohne selbst die Geschichte zu sein.

Alle hier ausgestellten Skulpturen sind angefangen vom Wachsmodell über Gussform zum  fertigen Metallguss von uns angefertigt worden.
Um größere Gestaltungsmögichkeiten und einen dünnwandigen Guss zu erzielen haben  wir als Metallkern Zinn verwendet. Dieses Material ermöglicht uns filigranes Arbeiten und  eine verfeinerte Oberflächenbearbeitung.
Zuerst wurden die Objekte maßstabsgetreu in Wachs modelliert. Auch hier wird bereits  die Oberflächenstrukturierung durchgeführt. Diese bleibt durch den Guss erhalten.  Danach wurden Einlass- und Gusskanäle aus Wachs angebracht. Diese Wachsformen  wurden nun in Schamott eingebettet. Anschließend wurde das Wachs ausgeschmolzen.  Die Gussform war nun bereit für den Metallguss.
Nachdem das heiße Metall abgekühlt war, wurde die Form zerschlagen, dies nennt man  eine verlorene Form. Nun mussten alle angefügten Guss- und Entlüftungskanäle  abgetrennt und die Oberfläche ziseliert werden. Die nun fertige Rohform erhielt nun ihre  Patina. Um eine Bronzeoberfläche zu erhalten wurde nun nach Art der Vergoldungstechnik  bronziert. Zuletzt erhielten die Skulpturen eine Oberflächenenbehandlung.
Jedes Objekt ist somit ein Unikat.
Double click to edit
Projekt "Minimuseum of Modern ART"

Die Idee für dieses Projekt entwickelte sich aus den Guckkästen der frühen 20er Jahren. Der Benutzer der damaligen Zeit mußte, um etwas zu sehen, Geld einwerfen. Sodann öffnete sich ein Guckloch, um die Sicht auf meist leicht bekleidete Showgirls freizugeben.

Bei dieser Art der Guckkästen muss kein Geld eingeworfen werden, um den Blick in das Innere freizumachen. Allerding muss sich der Betrachter bewußt diesen "Räumen" zuweden, um deren Inhalt wahrzunehmen.

Diesen Kästen ist von außen nicht anzusehen, was in ihrem Inneren verborgen ist. Die Neugirede des Betrachtenden einbeziehend muss bewußt jeder Raum für sich selbst entdeckt werden. Ein Blick in das Innere ist nur durch den vorderen Sehschlitz möglich.

Jeder Raum ist als "Kunstraum" gestaltet worden, das den Eindruck eines Ausstellungsraums in einem Museum im Kleinen widerspiegelt. Proportionen, Lichteinfall, räumliche Transparenz vermittelt dem Betrachter den Eindruck, in einem großen Raum zu blicken. Die räumlichen Dimensionen verschwimmen, Kleines wird zu Großem, erhält eine neue Bedeutung und Betrachtungsweise. Jeder Raum ist anderst gestaltet, lädt zum verweilen ein. Die ausgestellten Objekte entsprechen den Räumlichkeiten.

Ein Museum im Kleinen, das auch im Kleinen groß ist. Es weckt die Neugierde, was sich im nächsten  "Kunstraum" befindet. Ein sinnliches Erleben, das sich Einbringen der eigenen Vorstellungskraft in eine kleine Welt, das ermöglicht deses Minimuseum of Modern Art.
Projekt "Wasserwunder"

Das goldene Zeitalter der industriellen Revolution "Smalden"

Dreiteilige Metallskulptur besetzt mit vergoldetem Glas


Die Echaz als Lebensader der Stadt Reutlingen, das war der Grundgedanke für diese Skulptur. Die Stadt Reutlingen verdankt ihrem Reichtum diesem Flüsschen. An ihm haben sich in früheren Zeitaltern viele Industriebetriebe wie Gerbereien, Textilverarbeitende Betriebe, Maschinenbau und nicht zuletzt die vielen Mühlen angesiedelt, die ohne dieses fließende Gewässer keinen Bestand hätten, sei es als Wasserlieferant oder Energieträger. Dieses
unscheinbare Flüsschenschaffte Arbeitsplätze und somit Wohlstand. Doch nun gerät dieser Lebensquell in Vergessenheit.
Mit unserer Aktion wollten wir uns wieder darauf besinnen.
Alle Metallteile der Skulptur stammen aus gerade solchen, nicht mehr existenten Industriebetrieben und sollten diese auch symbolisieren. Die angebrachten Goldmosaiken, auch in ihren Unterschiedlichkeiten, verweisen auf Wohlstand
und Reichtum Einzelner und Vieler. Und nicht zuletzt der Mensch im Mittelpunkt,mit beiden Füßen auf dem Boden stehend. Und dies umspült von den Wassern der Echaz, seit Jahrhunderten fließend.
Projekt "Kunst aus der Tonne"

Während der Spielzeit 2013/2014 realisierten drei bildende Künstler zu jeder Produktion des Reultlinger Theater "Die Tonne" künstlerische Arbeiten. Sie verwandeln herkömmliche Mülltonnen auf innovative Art.
Tilo Carozzi aus St.Johann-Ohnastetten und Raphael Habel aus Grabenstetten gündeten 1998 due-idee als "creativ ART project" und verwirklichen jetzt diese Gemeinschaftarbeit zusammen mit Armin Burghagen aus Tübingen. Die gemeinsame künstlerische Konzeption und gestalterische Umsetzung führte immer wieder zu neune Wegen in der Kunst.
Mit diesem Projekt wir die kreative Arbeit zweier Sparten der kulturellen Landschaft aus Reutlingen zusammengeführt.
Die Künstler interpretieren die Theaterproduktionen diese Spielzeit mit ihrem spezifischen Verständnis und erarbeiten eigene Ansätze. So öffnen sich herkömmliche Grenzen, neues Potential ensteht. In der intensiven Zusammenarbeit verändert sich der Blickwinkel des eigenen Genres.

Link Videoclip "Salome verliert den Kopf oder wer ist der Schönste"
https://www.youtube.com/watch?t=13&v=YFp3mGMRUoE

Siehe auch: http://www.burghagen.de